Welche Menschen bekommen Fibromyalgie?
Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die viele Betroffene vor große Herausforderungen stellt. Trotz intensiver Forschung ist die Ursache bis heute nicht vollständig geklärt. Eine der häufigsten Fragen lautet: Welche Menschen bekommen Fibromyalgie – und gibt es typische Risikogruppen?
In diesem Artikel erfahren Sie ausführlich, wer besonders häufig an Fibromyalgie erkrankt, welche Faktoren eine Rolle spielen und warum die Erkrankung oft lange unerkannt bleibt.
Was ist Fibromyalgie?
Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine chronische Erkrankung, die durch weitverbreitete Muskel- und Gelenkschmerzen, starke Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme („Fibro-Fog“) sowie zahlreiche Begleitsymptome gekennzeichnet ist. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa 2–3 % der Bevölkerung betroffen – ähnlich sieht es in Österreich und der Schweiz aus.
Welche Menschen bekommen Fibromyalgie besonders häufig?
1. Frauen sind deutlich häufiger betroffen
Fibromyalgie tritt überwiegend bei Frauen auf. Rund 80–90 % der diagnostizierten Patienten sind weiblich. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig geklärt, jedoch spielen vermutlich hormonelle Faktoren, Unterschiede im Schmerzempfinden sowie psychosoziale Belastungen eine Rolle.
Männer können ebenfalls an Fibromyalgie erkranken, werden jedoch häufiger spät oder falsch diagnostiziert.
2. Menschen zwischen 30 und 60 Jahren
Die Erkrankung beginnt meist im Erwachsenenalter, häufig zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Grundsätzlich kann Fibromyalgie jedoch auch jüngere Erwachsene oder ältere Menschen betreffen – sogar Jugendliche, wenn auch seltener.
3. Menschen mit hoher Stressbelastung
Chronischer Stress gilt als einer der wichtigsten Auslöser und Verstärker von Fibromyalgie. Besonders betroffen sind Menschen, die:
- dauerhaft unter beruflichem oder privatem Stress stehen
- keine ausreichenden Erholungsphasen haben
- unter emotionaler Überforderung leiden
Stress beeinflusst das Nervensystem und kann zu einer gestörten Schmerzverarbeitung im Gehirn führen – ein zentrales Merkmal der Fibromyalgie.
4. Menschen mit psychischen Vorerkrankungen
Fibromyalgie tritt häufig gemeinsam mit psychischen Erkrankungen auf, zum Beispiel:
- Depressionen
- Angststörungen
- posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
Dabei ist wichtig zu betonen: Fibromyalgie ist keine psychische Erkrankung, sondern eine reale körperliche Schmerzstörung. Psychische Belastungen können jedoch das Risiko erhöhen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen.
5. Menschen mit familiärer Vorbelastung
Studien zeigen, dass Fibromyalgie familiär gehäuft auftreten kann. Wenn nahe Angehörige betroffen sind, ist das eigene Risiko erhöht. Dies spricht für eine genetische Veranlagung, auch wenn kein einzelnes „Fibromyalgie-Gen“ bekannt ist.
6. Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen
Fibromyalgie tritt häufig gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, darunter:
- Reizdarmsyndrom
- Migräne
- Rheumatische Erkrankungen
- Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS)
Diese Überschneidungen deuten darauf hin, dass es gemeinsame neurobiologische Mechanismen gibt.
7. Menschen nach körperlichen oder seelischen Traumata
Bei vielen Betroffenen beginnt Fibromyalgie nach einem einschneidenden Ereignis, zum Beispiel:
- Unfall oder Operation
- schwere Infektion
- Verlust eines nahestehenden Menschen
- langanhaltende Überlastung
Solche Ereignisse können das Nervensystem dauerhaft verändern und eine chronische Schmerzverarbeitung begünstigen.
Kann jeder Mensch Fibromyalgie bekommen?
Grundsätzlich: Ja.
Fibromyalgie kann theoretisch jeden treffen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Lebensstil. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko deutlich. Wichtig ist: Die Erkrankung entsteht nicht durch Einbildung, sondern durch eine Fehlregulation der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem.
Warum wird Fibromyalgie oft spät erkannt?
Viele Betroffene warten Jahre auf eine Diagnose. Gründe dafür sind:
- unspezifische Symptome
- keine sichtbaren Entzündungswerte im Blut
- mangelnde Aufklärung
- Verwechslung mit psychosomatischen Beschwerden
Gerade im deutschsprachigen Raum ist Fibromyalgie zwar anerkannt, wird aber noch immer zu selten frühzeitig diagnostiziert.
Fazit: Wer bekommt Fibromyalgie?
Fibromyalgie betrifft vor allem:
- Frauen
- Menschen im mittleren Lebensalter
- Personen mit hoher Stressbelastung
- Menschen mit psychischen oder chronischen Vorerkrankungen
- Personen mit familiärer Vorbelastung
Eine frühe Diagnose, ganzheitliche Therapie und gute Aufklärung können den Krankheitsverlauf deutlich verbessern.
Könnte Fibromyalgie bei Ihnen eine Rolle spielen?
Viele Menschen mit Fibromyalgie bleiben lange ohne klare Diagnose. Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen und Risikofaktoren wiedererkennen, kann ein erster anonymer Selbsttest hilfreich sein, um mehr Klarheit zu gewinnen.
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