Wo sind die Triggerpunkte bei Fibromyalgie? Warum wir heute umdenken müssen.

Tender Points vs. Triggerpunkte: Wo liegt der Unterschied?

Oft werden diese Begriffe vermischt, dabei beschreiben sie unterschiedliche Phänomene:

  • Triggerpunkte: Das sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Muskulatur (Myofasziale Triggerpunkte), die bei Druck Schmerz in andere Körperregionen ausstrahlen können. Fast jeder Mensch hat sie gelegentlich.

  • Tender Points: Das sind die klassischen 18 Schmerzpunkte, die früher für die Fibromyalgie-Diagnose genutzt wurden. Sie sind eher eine allgemeine Überempfindlichkeit an Sehnenansätzen und Muskelübergängen.

Die klassischen 18 Punkte – Eine Orientierung

Obwohl die Diagnose heute breiter gefasst wird (ACR-Kriterien), berichten Betroffene besonders häufig über Schmerzen an diesen Stellen:

  1. Nacken & Hinterhaupt: Am Ansatz der Nackenmuskulatur.

  2. Schultern & oberer Rücken: Besonders im Bereich des Trapezmuskels.

  3. Brustkorb: Am zweiten Rippenansatz unterhalb des Schlüsselbeins.

  4. Ellbogen: An den Außenseiten, kurz unterhalb des Gelenks.

  5. Hüfte & Gesäß: Hinter dem großen Rollhügel des Oberschenkelknochens.

  6. Knie: An den Innenseiten der Kniegelenke.

Warum Druckpunkte heute nicht mehr alles sind

Früher hieß es: Wenn mindestens 11 der 18 Punkte bei leichtem Druck schmerzen, liegt Fibromyalgie vor. Heute wissen wir, dass dieses Modell zu kurz greift.

Das Problem: Schmerz bei Fibromyalgie ist oft flüchtig. Er wandert. An einem Tag schmerzt der Nacken extrem, am nächsten sind es die Beine oder der untere Rücken.

Bei der Reset Health Academy betrachten wir diese Punkte nicht als lokales Problem der Muskeln, sondern als Ausdruck einer zentralen Sensibilisierung. Ihr Gehirn und Ihr Nervensystem stufen normale Reize (wie leichten Druck) fälschlicherweise als „Gefahr“ ein und senden ein Schmerzsignal.

Was Sie tun können, wenn die Punkte „feuern“

Wenn Ihre Schmerzpunkte besonders aktiv sind, hilft meist keine aggressive Massage. Da das Nervensystem bereits im Alarmzustand ist, kann zu starker Druck die Symptome sogar verschlimmern.

  1. Sanfte Bewegung: Leichtes Dehnen oder Spazierengehen signalisiert dem System Sicherheit.

  2. Wärme: Hilft der Muskulatur zu entspannen, ohne mechanischen Stress auszuüben.

  3. Wissen als Therapie: Je besser Sie verstehen, warum Ihr Körper diese Signale sendet, desto weniger „Gefahr“ empfindet Ihr Nervensystem.

Machen Sie den Test: Wie steht es um Ihre Schmerzbereiche?

Möchten Sie wissen, wie weit verbreitet Ihre Schmerzpunkte aktuell sind? Nutzen Sie unseren wissenschaftlich fundierten Selbsttest nach den ACR-Kriterien. Hier erfassen wir nicht nur starre Punkte, sondern Ihr individuelles Schmerzmuster.

Hier geht es zum Fibromyalgie-Test 

Lernen Sie in unserem nächsten Webinar, wie Sie die Sensibilisierung Ihres Nervensystems aktiv beeinflussen können, statt nur einzelne Punkte zu behandeln.

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